Gesund essen – Ökoprodukte in Spanien

In den vergangenen zehn Jahren hat sich beim Bioanbau in Spanien viel getan und immer mehr Spanier, knapp 73 Prozent, haben bereits Ökoprodukte probiert. Die Zahl der Ökolandwirte stieg von etwa 500 auf 15.000.

Der Boom setzte ein, als die Regierung beschloss, EU-Subventionen für die ökologische Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Anbauflächen freizugeben.

Die Anbaufläche für biologische Produkte ist in Spanien überproportional gewachsen, der Binnenmarkt profitiert davon jedoch wenig: Mehr als 80 Prozent der Waren gehen ins Ausland. Auch die Verarbeitung und Veredelung überlässt Spanien weitgehend den europäischen Nachbarn.

Was zudem fehlt, sind Anbauverbände, überregionale Kontrollstellen, landesweit bekannte Bio-Zeichen und weiterverarbeitende Betriebe. Angebaut wird nach EU-Richtlinien. Jede der 17 Provinzen Spaniens hat ein eigenes Bio-Label und eine halbstaatliche Kontrollorganisation, die mitunter auch Beratungsfunktion übernimmt.

Bio-Anbau Motor der Landwirtschaft
„Der biologische Anbau ist Motor der landwirtschaftlichen Entwicklung in Andalusien geworden“, sagt Berater Francisco Sanchez von der Exportfirma Campina Verde. Einige spanische Unternehmer seien auf den „Bio-Zug“ aufgesprungen und leisteten professionelle Arbeit, die allerdings zu sehr „exportlastig“ sei, der Binnenmarkt komme zu kurz.

Die klimatischen Verhältnisse an der Südküste lassen den Anbau von subtropischen Früchten wie Avocados, Mangos und Cherimoyas zu. Der östliche Küstenstreifen ist geprägt von intensivem Feingemüse- und Zitrusfrüchteanbau, während früher hier nur Zitrusplantagen zu finden waren. Extensiver Anbau von Mandeln, Oliven und Wein ist mehr im gebirgigen Landesinneren vertreten.

Die Entwicklung in der südlichen Provinz Andalusien ist, ebenso wie in den übrigen Landesteilen, gekennzeichnet von einer extremen Export-Orientierung. Über 80 Prozent der Erzeugnisse gehen außer Landes. Gleichzeitig ist der inländische Bio-Markt auf teure Importe von Trocken- und Molkereiprodukten angewiesen.

Verarbeitung und Veredelung der Rohstoffe findet häufig nicht in Spanien statt. Hoffnungsvolle Ansätze sind jedoch dank engagierter Unternehmer zu verzeichnen, denen auch die Entwicklung des Binnenmarktes ein Anliegen ist. Noch allerdings ist das Verbraucherinteresse bescheiden. Der Umsatzanteil für Bio-Produkte liegt bislang unter einem Prozent.

In bezug auf Inlandsvermarktung für Naturkost ist das Land stark unterentwickelt. Von mehr als 2.500 Geschäften, so genannten Herboristerias, vergleichbar mit unseren Reformhäusern, verkaufen Schätzungen zufolge rund 1.000 neben Nahrungsergänzung, Kräutern und anderen Reformprodukten auch Bio-Lebensmittel, überwiegend das Trockensortiment.

Ausgesprochene Naturkostläden sind im Süden äußerst selten, in Gesamtspanien gibt es schätzungsweise rund 100 Fachgeschäfte. Food-Coops sind in den größeren Städten oft Wegbereiter für eine Bio-Einkaufskultur.

Tradition in zeitgemäßer Aufmachung
Was im Süden praktisch fehlt – nämlich echte Naturkostgeschäfte – ist im „europäisierten“ Katalonien zu finden. Die Bevölkerung zeigt sich hier weltoffener, und gesundes Essen beziehungsweise Naturkost spielt in den katalanischen Metropolen wie Valencia und Barcelona eine bedeutende Rolle Interessant dabei ist die Kombination von Verkauf, Dienstleistung und manchmal noch Restaurant.

In Valencia hat sich das 230 Jahre alte Familienunternehmen José Navarro Schwung bewahrt und sich dem Zeitgeist angepasst. Neben der traditionellen Herboristeria-Abteilung, die weiterhin Diätetika, Heilkräuter und Tees verkauft, ist auf 700 Quadratmetern Verkaufsfläche ein großzügiger Bio-Supermarkt entstanden. Die Lebensmittelabteilung bietet zu 90 Prozent Bio-Ware an, mittelfristiges Ziel sind 100 Prozent. Vier Eigenmarken in verschiedenen Warengruppen erlauben es Familie Navarro, ihre Marktposition auszubauen.

Dem Ladenkonzept nach dem Motto „in der Vielfalt liegt die Stärke“ scheint der Erfolg recht zu geben: Drei neue Läden mit einer Größe von 300 bis 400 Quadratmetern sind in der Region Valencia in Planung.

Besonderheit beim „Salud Natural“ in Valencia-Stadt ist das Schulungszentrum, wo Kurse für Landwirtschaft, Baubiologie, Umwelt- und Gesundheitsthemen oder Yoga angeboten werden.

Monatlich erscheinen die aktuellen Termine und Themen in der hauseigenen Broschüre. Auch im Internet findet man alle Informationen unter www.saludnatural.net

Hersteller von Biolebensmitteln im Raum Alicante

Aufgeführt sind jene Produzenten von Ökolebensmitteln in der Provinz Alicante, die in CAE* genannt sind
Produkte
Empreseas
Telefon
Ort
Gewürze
Herbes del Moli
965 530 718
Planes
Nüsse, Rosinen
Ganadera
965 112 612
Alicante
Nüsse, Rosinen
Almendra Mediterráno
965 459 491
Elche
Nüsse, Rosinen
Agroespaña
902 196 309
Elche
Nüsse, Rosinen
Mañan
965 478 420
Pinoso
Obst und Gemüse
Sat Imperio
965 356 621
Benejúzar
Obst und Gemüse
Jesús Mª Copeiro
965 732 097
Benissa
Obst und Gemüse
Hortocox
965 361 050
Cox
Obst und Gemüse
Agronovel
965 605 205
Novelda
Obst und Gemüse
Coop. Agricola de Pego
965 572 203
Pego
Obst und Gemüse
El Sabinar
616 110 246
San Vicente de Raspeig
Obst und Gemüse
Agricola Villena
965 800 095
VillenaVillena
Olivenöl
Ribes Oli
965 885 517
Beniardá
Oliven, Rosinen, Mandeln
Campomar Nature
686 488 129
Alicante
Oliven, Rosinen, Mandeln
Tot Ecologic
965 821 521
Beneixama
Tee, Kaffee
Martínez y Cantó
965 600 200
Novelda
Teigwaren
Carrefour
965 918 000
Alicante, Benidorm
Teigwaren
Dulces Aspe
965 491 031
Aspe
Teigwaren
Miralles
965 971 930
Heredades (Rojales)
Teigwaren
Forn de Ca´Manel
966 855 164
Orxeta
Turrón, Kakao, Schokolade
Hijos de Soler Martínez
965 810 003
Biar
Turrón, Kakao, Schokolade
Frundols
965 610 733
Jijona
Turrón, Kakao, Schokolade
Frytur
965 612 405
Jijona
Turrón, Kakao, Schokolade
Garrigos
965 610 625
Jijona
Wein, Sekt
Bodega L´Alguenya
965 476 113
Algueña
Wein, Sekt
Coop. Agricola
965 552 444
Ibi
Wein, Sekt
Ntra. Sra. Del Carmen
965 820 021
La Cañada
Wein, Sekt
Santa Catalina
966 960 096
Monóvar
Wein, Sekt
Bodega el Pinós
965 477 040
Pinoso
Wein, Sekt
Campo San Blas
965 474 014
Sax
* CAE: Comité Agricultura Ecológica
 
13/05/04 Julia Borck
IMP-Agentur S.L.

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