Ärztliche Kunstfehler – auch in Spanien

Der gute Ruf der Götter in Weiß, medizinische Kapazitäten auf internationalem Niveau zu sein, ist in der Provinz Alicante schwer angeschlagen.
Aktuelle Statistiken des spanischen Verbandes zur Verteidigung der Patienten, ADEPA, macht es publik: Spanienweit haben fast 12 tausend Patienten im Jahr 2005 ihren Arzt angezeigt- Grund: Sie leiden unter den Folgen seines ärztlichen Versagens.
An der Spitze der schwarzen Schafe im Ärztekittel stehen Gynäkologen vor Schönheitschirugen, Traumatologen, Onkologen und Notärzten.
Skandale aus spanischen Kliniken sind in der Presse an der Tagesordnung.
Die ADEPA, eine Vereinigung zur Verteidigung der Rechte von Patienten stellt entsprechende Daten gerne zur Verfügung. Die Anonymität der Opfer bleibt selbstverständlich erhalten.
Patientenverwechslungen, die Leben kosten, falsche Amputationen, Fehldiagnosen – die Liste ärztlichen Versagens ist unendlich.
Auf der schwarzen Liste der Krankenhäuser stehen ganz oben das Hospital de la Virgen de los Lírios in Alcoy mit seinen Brutstellen der Bakterie Legionella Pneumophilla, die Legionärskrankheit verursacht, und das Hospital de la Vega Baja im Süden der Provinz Alicante mit der völlig überfüllten Notaufnahme.
Aber was nutzt der höchste Schadensersatz für Hinterbliebene, wenn sie mit dem Wissen leben müssen, dass Unfähigkeit oder Bürokratie mancher Krankenhäuser ihren Lieben das Leben gekostet hat oder für die, die ihr ganzes Leben entstellt und verkrüppelt sind?

Susanne Hesse


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