Zahnbehandlung auf Mallorca

Deutsche Experten bieten hochwertige medizinische Versorgung preiswert an. Kassen und Patienten sparen.
Lächeln ist die eleganteste Art, Gegnern die Zähne zu zeigen. Sagt ein altes Sprichwort. Doch viele Deutsche haben das Lächeln verlernt, weil sie sich für ihre stark verplombten Kiefer schämen. Zahnersatz, der ihnen das Lächeln wieder ins Gesicht zaubern könnte, ist teuer, denn hier zu Lande übernehmen die Krankenkassen nur 50 bis 60 Prozent der Kosten. Der Rest ist teures Privatvergnügen.
Davon profitieren inzwischen viele deutsche Arzte im Ausland. Zum Beispiel Dr. Thilo Hörstmann, der als einer von 30 deutschen Zahnärzten auf Mallorca eine Praxis eröffnete. "Hier ist das Wetter besser und ich kann meine Preise selbst bestimmen", schwärmt er.
Die Folge: Seine Patienten zahlen für Zahnersatz bis zu 35 Prozent weniger als in good old Germany, für eine Porzellankrone zum Beispiel 300 statt 500 Euro. Hörstmann: "Jedes Jahr kommen mehr als 100 Patienten aus Deutschland zur Behandlung. Von dem Geld, das sie dabei sparen, können sie hier Urlaub machen."
Niedrige Lohnsteuer und geringe Mietpreise sind der Grund für die günstige Arbeit des Zahnarztes. "Für meine Angestellten zahle ich weniger als in Deutschland. Und eine Praxis dieser Größe würde mich drüben das Dreifache kosten." Auch das Labor auf Mallorca liefert "deutsche Wertarbeit", wird von Deutschen geleitet. So kann Hörstmann "gute Qualität zu günstigen Preisen anbieten".
Stefan Maschke aus Offenburg ist schon dreimal zum Zahnarzt nach Mallorca gejettet. "Ich hatte früher Karies", erzählt er, "Meine Zähne waren, gelinde gesagt, stark reparaturbedürftig." Hörstmann riet ihm, was er allen Patienten rät: "Lassen Sie sich den Kostenvoranschlag eines deutschen Arztes von der Kasse genehmigen.
Ich mache ein Gegenangebot, das Sie ebenfalls der Kasse vorlegen. Bis jetzt habe ich jeden Heilplan genehmigt bekommen." Bei Stefan Maschke war die Sache klar: ca. 6400 Euro; sollte sein Zahnersatz (Brücken, Kronen, Inlays) in Deutschland kosten. Das Angebot von Hörstmann: exakt die Hälfte. Maschke: "Meine Krankenkasse hat das sofort abgenickt. Ohne zu diskutieren."
Die deutschen Kassen bestätigen die Finanzierung der Behandlung im sonnigen Süden. "In Einzelfällen übernehmen wir eine Behandlung im Ausland, aber nur nach vorheriger Absprache", erklärt Elisabeth Reker vom AOK-Bundesverband.
Unter den Gesundheitspolitikern im Bundestag ist die Überweisung von Behandlungsgeld ins Ausland derweil höchst umstritten. "Wozu zahlen wir in Deutschland Pflichtbeiträge, wenn dann Geld ins Ausland fließt?", empört sich Wolfgang Zöller, Gesundheitsexperte der CDU/CSU-Fraktion. Er verstehe, sagt der Politiker, die Kassen nicht. Zöller: "Sie wollen kurzfristig sparen, schwächen langfristig aber die Einnahmeseite und damit Arbeitsplätze in der Bundesrepublik. Nach meinem Dafürhalten ist das eine Milchmädchenrechnung."
Dr. Dieter Thomae, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion dagegen, kann an dem "Mallorca-Prinzip" nichts Verwerfliches entdecken. Thomae: "Englische, niederländische und russische Patienten kommen nach Deutschland, um sich in den Krankenhäusern behandeln zu lassen.
Gleichermaßen gehen Deutsche ins Ausland, um dort Leistungen in Anspruch zu nehmen. In einem zusammenwachsenden Europa ist das ein natürlicher Prozess.
Die deutschen Zahnärzte indes pfeifen auf Europa. "Denn durch Behandlungen im Ausland", schimpft das Vorstandsmitglied der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dieter Krenkel, "wird unser Budget belastet, denn das Geld, das ins Ausland fließt, steht in Deutschland nicht mehr zur Verfügung."
Im Falle einer Nachbehandlung könnten, moniert Krenkel außerdem, Probleme entstehen. Denn kein Arzt in Deutschland sei zur sonst üblichen kostenlosen Nachbehandlung verpflichtet, wenn der Zahnersatz im Ausland eingebracht wurde. Krenkel: "Für den Patienten sind die preislichen Vorteile dahin."
Thilo Hörstmann auf Mallorca hat jedoch auch dieses Problem bereits gelöst: "Ich gebe drei Jahre Garantie auf Zahnersatz und habe Verträge mit Ärzten in Deutschland abgeschlossen. Die behandeln meine Patienten notfalls weiter."

Autorin: Kathrin Enke
Bildquelle: pixelio.de
Anmerkung der Redaktion: die angegebenen Preise sind ohne Gewähr (sie können sich jederzeit ändern)

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