Oviedo

Oviedo ist mit rund 203.000 Einwohnern die Hauptstadt der Autonomen Region Asturien.
Hier wird jährlich der "Premio del Príncipe de Asturias" durch den spanischen Kronprinzen Felipe verliehen. Berühmte Persönlichkeiten, die hier geboren wurden sind etwa der Formel-1 Weltmeister , Fernando Alonso und Letizia Ortiz, Prinzessin von Asturien.

Geschichte von Oviedo


Oviedo wurde am 25. November 761 gegründet und entstand aus einem Mönchskloster. Zwischen 810 und 924 war es Haupstadt Asturiens. Nach dem Tod des Königs Fruela, folgten Aurelio (764-768), Silo (774-783), Mauregato (783-788) und Bermudo (788-791), bevor Alfonso II. (791-842) schließlich für insgesamt 51 Jahre die Herrschaft an sich nahm.
Dieser brachte die asturische Regierung nach Oviedo. Unter seiner Herrschaft entdeckte man die Grabstätte des Apostels von Santiago de Compostela von Galizien. Daraufhin wurde der berühmte Camino de Santiago geschaffen. Zu dieser Zeit wurde Oviedo ebenfalls zum Zentrum asturianischer Kunst und Kultur.
Nach dem Tode Alfonso II. übernahm dessen Neffe Ramiro I. den Thron, da Alfonso keine direkten Nachkommen hatte. Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert entfaltete sich das mittelalterliche Oviedo mit der Konstruktion der Stadtmauern. Auch das Aquädukt de Los Pilares entstand im 16. Jahrhundert.
Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die Universität durch Fernando de Valdés Salas gegründet. Ab dem 18. Jahrhundert schreitete die Stadtentwicklung stetig fort und brachte viele Adelspaläste hervor. Auch die Industrie der Stadt weitete sich aus.
Derzeit ist Oviedo die Haupstadt des Fürstentums Asturien und genießt internationales Ansehen, vor allem durch die alljährliche Verleihung der "Premios Príncipe de Asturias".

Sehenswürdigkeiten in Oviedo


Die wichtigsten vorromanischen Sehenswürdigkeiten der Stadt entstanden unter der Herrschaft Alfonso II. zwischen 791 und 842. Die gesamte Altstadt Oviedos kann als eine einzige Fußgängerzone betrachtet werden.
Aufgrund dieser Tatsache sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie Universität, Kathedrale, der Palast des Markgrafen von San Félix, sowie der Palacio Camposagrado aus dem 18. Jahrhundert leicht zu erreichen und zu besichtigen.
Ein weiteres Charakteristikum sind die so genannten "chigres", Apfelweinschenken, die an jeder Ecke zu finden sind und in die man unbedingt einkehren sollte.
Die spätgotische Kathedrale (Basílica del Salvador) sticht vor allem durch ihren hohen Turm hervor. Sie wurde zwischen 1388 und 1498 errichtet. Der 82 Meter hohe Turm, das Rosettenfenster und der Säulengang am Eingang dieses spätgotischen Bauwerks beherbergen die wichtigsten Symbole Asturiens.
Das Innere präsentiert in der Capilla Mayor ein wunderschönes Retablo von Gerald von Brüssel und Juan de Balmaseda aus dem Jahr 1520, welches das Leben Jesu nachzeichnet.
Hier liegt auch die Grabstätte des Bischofes Arias de Villar. Weitere Gräber, wie etwa das der Heiligen Eulalia und eines asturischen Königs aus dem 8. Jahrhundert befinden sich in der Capilla de Santa Eulalia.
Die San Miguel-Kapelle oder Heilige Kammer beherbergt die Heilige Truhe (Arca Santa), das Engelskreuz (Cruz de los Ángeles) und das Siegeskreuz (Cruz de la Victoria). Diese besonderen Reliquien wurden von den Pilgern auf ihrer Durchreise nach Santiago de Compostela besucht.
All diese Symbole sind geichzeitig auf dem Wappen Oviedos dargestellt. Unter der Cámara Santa befinden sich verschiedene Gräber aus dem 12. Jahrhundert. Umkreist man die Kathedrale sieht man den Palacio Episcopal, der zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert errichtet wurde.
Weitere nennenswerte Gebäude sind die Kirche San Tirso, das Museum für Schöne Künste (Museo de Bellas Artes) oder das Museum für Archäologie. All diese liegen im Vicente-Kloster. Das Museum für Schöne Künste stellt Gemälde aus Renaissance und Barock aus, aber auch zeitgenössische Kunst asturianischer Künstler.
Im Archäologischen Museum haben die Besucher die Möglichkeit, präromanische Funde des 8.-10. Jahrhunderts aus der nahen Umgebung Oviedos zu bewundern. Ab der Bronzezeit bietet das Museum prähistorische, römische, westgotische und romanische Kollektionen. Durch einen Bogendurchgang gelangt man auf die Plaza Feijido, wo sich die Kirche Santa María la Real aus dem 16. Jahrhundert befindet.
Weitere präromanische religiöse Bauten sind etwa Santa María del Naranco, San Miguel de Lillo oder San Julián de los Prados. Neben der Heiligen Kammer der Kathedrale, Santa Cristina de Lena und der Foncalda, wurden auch diese Gebäude bereits von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Sehenswerte Plätze in Oviedo

Über die Plaza de la Catedral gelangt man auf die wunderschöne Plaza de Alfonso II el Casto, mit den Palästen Valdecarzana und Rúa. Auf der Plaza de Trascorrales liegt die ehemalige Warenbörse. Dieser Platz liegt im ältesten Altstadtviertel Cimadevilla.
Das Rathaus und die Kirche San Isidoro liegen auf der Plaza de la Constitución. Beide Gebäudekonstruktionen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Nahe diesem Platz gelangt man auf die Plaza de Fontán, für welche die bunten Häuserfassaden ein besonders markantes Kennzeichen sind. Sehenswert und beliebter Treffpunkt zugleich ist die Plaza de Daoíz y Velarde.
Die Universität von Oviedo aus dem 16. Jahrhundert markiert den Übergang zur Neustadt. Dieser Ort ist immer wieder Schauplatz vieler verschiedener kultureller Veranstaltungen.
Die Plaza de la Escandalera und der Parque Campo de San Francisco stammen aus dem 19. Jahrhundert. Hier befindet sich auch der Sitz der Generalversammlung des Fürstentums im Palacio Regional. Auch das Teatro Campoamor ist nicht weit entfernt, wo in jedem Jahr erneut die "Premios Príncipe de Asturias" verliehen werden. Darüber hinaus ist das Teatro ein Zentrum für Moderne Kunst.
Für Shoppingliebhaber sei die Calle Uría zu nennen, über die man alle wichtigen Einkaufsstraßen Oviedos erreicht.


Feste und Veranstaltungen in Oviedo


In Oviedo finden das ganze Jahr über Ausstellungen und Konzerte statt. Dabei spielt das Theater "Campoamor" als kulturelles Zentrum und Veranstaltungsort häufig eine große Rolle.
Zu Weihnachten wird die Cabalgatas de Reyes gefeiert. Auch an Karneval findet in Oviedo, wie auch in ganz Spanien, ein riesiges Spektakel zur Semana Santa statt.
Außerdem bietet das Auditorium "Príncipe Felipe" eine Plattform für weitere kulturelle Highlights des Jahres. Oviedo präsentiert überdies auch für Reitsportbegeisterte Messen und Informationsveranstaltungen während der Feria de la Ascención.
Der Rockmusik-Wettbewerb Ciudad de Oviedo lockt jährlich Musikbegeisterte in die Stadt.
Höhepunkt des kulturellen Jahres ist die Fiesta de San Mateo, ein heiteres, buntes Fest im September aus Opern, Rock, Pop, Sport- und Stierkampf und Umzügen durch die Altstadt.
Der Großteil der Konzerte findet auf der Plaza de Toros und der Plaza de la Catedral statt. Die Feierlichkeiten werden mit der Festividad del Cristo de las Cadenas traditionell beschlossen.
Neben diesem für Oviedo charakteristischem Fest, feiert und ehrt die Stadt im Laufe des Jahres die verschiedenen Heiligen auf religiösen Veranstaltungen mit viel Musik und Folklore.

Gastronomie in Oviedo

Charakteristisch für Oviedo und seine galizische Umgebung sind die verschiedenen Käse aus Cabrales, Vidiago oder Gamonedo, "fabes" (weiße Bohnen), der "pixin" (Seeteufel), sowie "carne gobernada" (geschmortes Fleisch). Als Nachspeisen serviert man hier Milchreis, "frixuelos" (Crêpe), Mandeltorte und viele andere süße Leckereien.
TIPP:  Die Küche aus Asturien – Rezepte zum Nachkochen
Ein Rezept aus Vorschlag:
Z u t a t e n :

500 g weiße Bohnen
300 g Lammfleisch aus der Keule
300g Kartoffeln
200 g Karotten
1 Stange Lauch
4 große Fleischtomaten
1½l Fleischbrühe je 1 Zweig
Estragon und Thymian
2 Lorbeerblätter
2 Gewürznelken
5 EL Olivenöl
1 EL Tomatenmark
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 EL Essig
2 EL saure Sahne
1 Bund glatte Petersilie, grob gehackt

Z u b e r e i t u n g :
Die Bohnen über Nacht in 2 l Wasser einweichen.
Am nächsten Tag das Lammfleisch in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Die Kartoffeln sowie die Karotten schälen und ebenfalls in 1 cm große Würfel schneiden. Den Lauch putzen, waschen und in breite Ringe schneiden. Die Tomaten enthäuten, entkernen und würfeln.
Das Einweichwasser der Bohnen abgießen. Die Bohnen in der Fleischbrühe zum Kochen bringen, Estragon, Thymian, Lorbeerblätter sowie Nelken dazugeben und alles 30 Minuten zugedeckt kochen lassen.
Inzwischen 2 Esslöffel Öl in einer Pfanne erhitzen und die Fleischwürfel darin anbraten. Das Tomatenmark dazugeben, kurz durchschmoren und alles sofort zu den Bohnen geben.
Die Kartoffeln im restlichen Öl rundherum goldgelb braten.
Das Gemüse und die Kartoffeln zu den Bohnen geben. Die Hitze reduzieren und das Ganze offen weitere 20 Minuten unter häufigem Umrühren köcheln lassen. Das Gericht salzen und pfeffern.
Die Suppe bei Bedarf mit etwas Wasser verdünnen (sie soll sehr dickflüssig und sämig sein) und mit dem Essig abschmecken. Zum Schluss die saure Sahne und die Petersilie unter die Suppe ziehen.
Zubereitungszeit: ca. 90 Minuten (+Einweichzeit ca. 12 Stunden)

Redaktion: Marion Meerpohl

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