Pamplona in Navarra

Als Verwaltungssitz von Navarra ist Pamplona (bask. Iruña) vor allem für die einzigartigen und stark umstrittenen Stierläufe, dem so genannten San Fermín bekannt.
Jedes Jahr gibt es eine Unzahl von Verletzten und einige Tote. Aber all das läst die Anhänger dieser archaischen und fragwürdigen Veranstaltung keineswegs nicht zur Besinnung kommen.  
Doch dies ist längst nicht alles, was diese mittelalterliche Stadt zu bieten hat. Neben den alljährlichen Festivals, locken interessante Sehenswürdigkeiten jährlich viele Besucher an.

Die Kathedrale von Pamplona

Dieses gotische Monument (1387-1525) gehört zu den bedeutendsten religiösen Bauwerken in Spanien. Im zentralen Kirchenschiff befindet sich das Mausoleum von Carlos III. und seiner Frau Leonor, das von dem Bildhauer Jehan Lome aus Alabaster im Jahre 1415 erbaut wurde.
An dem Altar aus dem 15. Jahrhundert leisteten die damaligen Könige Navarras während ihrer Krönung den Eid.

Die Zitadelle von Pamplona

Die Ciutadela ist eine fünfeckige Befestigungsanlage aus dem 16. Jahrhundert, die unter Philipp II. erbaut wurde.
Das Zitadelleninnere, das nur tagsüber zugänglich ist, besteht aus wunderschönen Gärten, die die Zitadelle zu einem Anziehungspunkt für öffentliche Veranstaltungen und Konzerte machen
Gefährte jeglicher Art sind hier jedoch verboten. Überquert man die Puente de Socorro so sieht man, wie diese mit ihren verschiedenen Eingängen die Zitadelle mit dem Parque Vuelta del Castillo verbindet.

Sehenswerte Plätze und Parks in Pamplona

Pamplona ist eine Stadt mit vielen schönen Ecken, wie etwa die Plaza del Castillo. Dies ist der weitläufigste und zugleich Bekannteste unter den Plätzen Pamplonas und macht das Zentrum der Stadt aus.
Als ehemaliger Marktplatz und Mittelpunkt verschiedenster Veranstaltungen, wie die Stierkämpfe, die hier bis zum Jahre 1893 ausgetragen wurden, finden auch heute noch alle Arten von kulturellen Veranstaltungen statt. Seinen Namen verdankt der Platz einer Burg aus dem 14. Jahrhundert.
Der Parque Vuelta del Castillo und der Parque Ciudadela sind im englischen Stil gestaltet und bieten verschiedenste Baumarten und eine große Rasenfläche, die viele Besucher zu sportlichen Aktivitäten nutzen. Ausgedehnte Fußgängerwege für lange Spaziergänge und gute Parkmöglichkeiten.
Die Taconera ist ein weiterer Ort, den man sich während eines Besuches nicht entgehen lassen darf. Diese romantische Parkanlage im französischen Stil ist die Älteste Pamplonas und weist ebenfalls eine Vielfalt an alten und exotischen Baumarten auf. Er ist teilweise von den die gesamte Stadt umgebenen Mauern eingerahmt.
An den Gräben grasen Ziegen, Hirsche, Eichhörnchen, Kaninchen, Fasane, Truthähne und anderes Kleintier. Den Park schmücken die Büste von Hilarión Eslava, eine Statue von Julián Gayarre, sowie eine Skulptur der Mari Blanca und das Portal des Hl. Nicolás aus dem Jahre 1666.
Im nördlichen Teil des Parks ermöglicht ein Aussichtspunkt einen atemberaubenden Panoramablick über einige Viertel Pamplonas. Auch ein neoklassischer Neptun-Brunnen von Luis Paret ziert den Park.
Am Ausgang liegt die Kirche von San Lorenzo aus dem 18. Jahrhundert. In der Nähe dieser Parkanlage befinden sich außerdem der Parque de Larraina y Parque de Antoniutti. Um die Reihe der Parks zu komplettieren seinen noch der Parque Media Luna und der Parque de Tejería, sowie der Parque Yamaguchi genannt.
Letzterer verdankt seinen Namen der langjährigen freundschaftlichen Verbindungen zwischen Pamplona und der japanischen Stadt Yamaguchi. Die barocken Plaza Conde Rodezno und Plaza de los Fueros de Navarra stammen aus dem letzten Jahrhundert und liegen am Ende der Avenida Carlos III.
Die elliptisch geformte Plaza de los Fueros de Navarra wurde im Jahre 1970 von Rafael Moneo y Estanislao de la Quadra Salcedo errichtet. Charakteristisch für diesen Platz ist eine Parkfläche, die mit der Flora der unterschiedlichen Regiones Navarras bepflanzt ist.
Den Fluß Arga kann man auf der Plaza de Toros, einer Stierkampfarena an den Ufern des Arga genießen. Am Parque von Tejera enden die Stadtmauern mit zwei Türmen. An der Plaza de Santa María la Real liegt das erzbischöfliche Palais im barocken Stil.
Außerdem zeichnet sich Pamplona noch durch sechs antike Stadttore aus, wie etwa die Puerta de Zumalacárregui. Nennenswert ist zudem der Parque von Santo Domingo nahe dem barocken Rathaus.


Die “Burgos” in Pamplona

Vor der Einigung unter Carlos III. im Jahre 1423 waren diese drei Städte voneinander unabhängig und standen einander feindlich gegenüber. Die älteste Stadt enstand im 11. Jahrhundert und liegt nahe der Kathedrale.
Seine Bewohner waren damals größtenteils Bauern. Bald eroberte dieser “Burgo” die angrenzende Stadt San Miguel. Mit dem Aufkommen der Pilgerschaft nach Santiago im 17. Jahrhundert, entstanden zwei weitere “Burgos”, San Cernin und San Nicolás, die hauptsächlich von fränkischen Händlern bevölkert waren, die über den Jakobsweg nach Pamplona angereist  waren.
Jede dieser Städtegemeinschaften hatte seine eigene Verwaltung und ein unabhängiges Rechtssystem. Aufgrund der zahlreichen Konflikte untereinander wurde jede einzelne jeweils von einer hohen Stadtmauer umgeben.
Mit der Einigung entstand eine völlig neue, gemeinschaftliche Regierung. Auf der Plaza de los Burgos befinden sich heute das barocke Rathaus und die Kirche San Saturnino.

Museen in Pamplona

Das Museo de Navarra Cuesta Santo Domingo aus dem Jahre 1956 befindet sich auf 7.700m² in dem alten Hospital Nuestra Señora de la Misericordia, la Cuesta de Santo Domingo, von dem allerdings einzig das platereske Portal und der Innenraum der Kappelle erhalten ist.
Nach einer Restauration wurde es im Jahre 1990 neueröffnet und zählt seitdem zu den besten Museen der Region. Auf vier Ebenen und einem Kellergeschoss findet man die Schätze, die zwischen Altsteinzeit und Eisenzeit entdeckt wurden.
Der erste Stock präsentiert Funde aus der römischen, präromanischen, romanischen und musulmanischen Vergangenheit der Region. Navarras Gotik und Renaissance befinden sich auf der zweiten Ebene.
Für Gemäldeliebhaber ist das dritte Stockwerk zu empfehlen, wo sowohl spanische als auch ausländische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts ausgestellt ist.
Dabei wurden einzelne Bereiche Künstlern wie etwa Francisco de Goya gewidmet oder auch bestimmten Regionen, wie die Malerei aus dem Navarra des 19. Jahrhunderts. Neben diesen festen Bestandteilen bietet das Museum außerdem temporäre Ausstellungen, sowie Bereiche für Konferenzen und Veranstaltungen, die monatlich variieren.
Besondere Bewunderung erfährt das Porträt des Marqués de San Adrián von Francisco de Goya, eine maurische Schatulle aus Elfenbein, die im Kloster von Leire im 11. Jahrhundert als Reliquienschrein genutzt wurde. Nennenswert sind außerdem römische Kapitel für das Kloster der Kathedrale von Pamplona, sowie ein Mosaikboden der alten römischen Villa Ramalote (Tudela), die hier zu sehen sind.
Das Museo Diocesano liegt unmittelbar an der Kathedrale und birgt künstlerische Werke religiöser Art der gesamten Region Navarras. Bildhaukunst, Malerei und Goldschmiedkunst vereinen sich hier. Erwähnenswert ist eine Kollektion mittelalterliche Figuren der Jungfrau Maria, sowie Stücke aus der mittelalterlichen französischen Goldschmiedkunst.
An diesem Museum sind jedoch nicht allein die Ausstellungsstücke von Bedeutung, denn auch die Ausstellungssäle an sich verdienen Beachtung: Ein 30m langer und 10m breiter klösterlicher Speisesaal aus dem 14. Jahrhundert im gotischen Stil zeigt Glasmalereien des 19. Jahrhunderts.
Eine Küche mit dem Reliquienschrein, zeitgleich konstruiert, besitzt einen Rauchfang von 27m. Die Kapelle „Barbacana“ führt direkt ins gotische Kloster dessen Eingang zwei gotische Skulpturen von den Heiligen Johannes und Paulus schmücken. Zentrum bildet die Gruft des Bischofs Arnaldo de Barabzán (1318-1355).
Neben einer Sammlung mittelalterlicher Figuren aus Navarra, die zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert entstanden, ist der “Retablo de las Navas” besonders herausragend, ein Altaraufsatz des 15. Jahrhunderts, der deutschen Ursprungs ist. Darüber hinaus kann der Besucher hier verschiedene Heiligenfiguren und weitere Altaraufsätze bewundern.
Neben Malereien aus dem 14. bis 19. Jahrhundert, stechen vor allem die Werke der Goldschmiede zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert hervor: Der französische Relicario del Santo Sepulcro, ein Reliquienschrein im Gotikstil (13. Jh.), Relicario del Lignum Crucis (13. Jh.) Relicario de la Santa Espina (15. Jh.) oder El Evangelario, ein Kodex aus dem 13. Jahrhundert mit einer vergoldeten Silberverkleidung des 16. Jahrhunderts. Außerdem Tempelchen, Kelche, Hostienbehältnisse, Prozessionskreuze, Kupfergeschirr und Objekte aus Emaille.

San Fermin – Stierlaufen in Pamplona

Jeder assoziiert Pamplona natürlich sofort mit dem Stierlaufen, San Fermin, das zwischen dem 6. und 14. Juli zu Ehren San Fermíns, dem Patronen der Diözese Pamplona, gefeiert wird.
Als Sohn des Regenten Pamplonas im 3. Jahrhundert bekannte sich San Fermín zum Christentum, wurde Priester in Frankreich und kehrte schließlich als Bischof nach Pamplona zurück. Zu Ehren von San Femin wird dieses Spektakel alljährlich abehalten, was sowohl viele Besucher fasziniert als auch starke Kritik hervorruft.
Die Stiere werden durch die verriegelten Straßen der Stadt zur Arena getrieben, wo am Abend die Kämpfe stattfinden. Traditionell weiß gekleidet laufen zahlreiche junge Männer vor den Stieren her und demonstrieren damit ihren Mut. In der Arena werden diese wundervollen Tiere natürlich getötet.
Das Stierlaufen endet häufig blutig und mit einigen Verletzungen. Ein berühmter Freund der Läufe war Hemingway, in dessen Romanen vielfach die Rede von Stierkämpfen ist. An den darauffolgenden Tagen wird Pamplona zu einer Partyhochburg.

Gastronomie in Pamplona

Aufgrund der landschaftlichen Vielfältigkeit Navarras ist auch die Küche abwechslungsreich. Wild, Lachs und Forelle stammen aus den bergigen Gegenden. Schinkenspeck mit gefüllten Forellen ist ein beliebtes Gericht. Genauso die songenanten „Pochas de Sangúesa“, eine spezielle Bohnenart, die für die verschiedensten Rezepte verwendet wird.
Aus „Tierra de Estela“ stammen köstliche Lamm- und Ziegenbraten, die „Asados de Cordero“ oder „Cabrito y Cordero en Chilindrón“.
“Ribera“ ist für ein außergwöhnlich leckeres Gemüse bekannt, wie „Pimientos del Piquillo“, einer roten Paprika, Spargel sowie für „Ajoarriero“, Fisch in Knoblauchsauce in Kombination mit Paprika. Abgerundet werden diese Spezialitäten mit dem landestypischen Wein aus der Region Navarra.

Marion Meerpohl