Allgemeine Lage

Spanien liegt im Südwesten Europas und nimmt mit 84 % den größten Teil der Iberischen Halbinsel ein. Das Land ist mit einer Fläche von 504.782 km² größer als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Begrenzt wird Spanien vom Golf von Biscaya im Norden, entlang des Gebirgszuges der Pyrenäen von Frankreich und dem Kleinstaat Andorra, im Osten und im Süden vom Mittelmeer und im Westen vom Atlantik und Portugal. Von Gibraltar sind es nur 13,5 km bis zum afrikanischen Kontinent.

Außerdem zählen die Inselgruppe der Balearen, vor der Ostküste im Mittelmeer gelegen, und die Kanarischen Inseln, der afrikanischen Westküste vorgelagert, sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta und Melilla zum spanischen Herrschaftsgebiet.

Spanien im Überblick

Auf einer Fläche von 504.800 km², die die Kanarischen Inseln einschließt, nimmt Spanien den Großteil der Iberischen Halbinsel ein. Es wird im Osten und Süden vom Mittelmeer, im Westen von Portugal, im Nordwesten und Norden vom Atlantik sowie im Nordosten von den Pyrenäen, die die natürliche Grenze zu Frankreich bilden, begrenzt.

Aufgrund der besonderen geografischen, vor allem topografischen Gegebenheiten sind die klimatischen Verhältnisse innerhalb Spaniens regional sehr unterschiedlich. Während im Norden reichlich Niederschläge fallen und die Winter im nördlichen Landesinneren sehr kalt sein können, zeichnen sich der Süden, die Balearen und die Kanarischen Inseln durch ein mildes bis heißes und trockenes Klima aus.

Mit rund 41 Millionen Einwohnern liegt Spanien hinter Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich in der EU bereits an fünfter Stelle knapp vor Polen. Die Bevölkerungsdichte beträgt mit 80 Einwohnern pro km² ungefähr die Hälfte des europäischen Durchschnitts. Allerdings weist sie innerhalb Spaniens je nach Regionen und Wirtschaftsgebieten starke Unterschiede auf. So sind die Provinzen Madrid, Baskenland, Katalonien und der Verwaltungsbezirk Valencia als Industriezonen mit bis zu 600 Einwohnern pro km² am dichtesten besiedelt, während sich die trockenen Hochebenen und Bergprovinzen naturgemäß durch eine geringe Bevölkerungsdichte auszeichnen.

Etwa ein Viertel der spanischen Bevölkerung lebt in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Zu den Ballungszentren gehören der Großraum Madrid mit ungefähr fünf Millionen Einwohnern, der Großraum Barcelona mit fast derselben Einwohnerzahl, Valencia mit ungefähr 800.000 Einwohnern, Sevilla mit knapp 700.000 Einwohnern sowie Zaragoza mit knapp 600.000 Einwohnern.

Ein Blick auf die spanische Bevölkerungsstruktur zeigt, dass 14 % der Bevölkerung jünger als 25 Jahre und rund 75 % zwischen 25 und 64 Jahre alt sind. Im europäischen Vergleich ist die spanische Bevölkerung noch, als relativ jung zu bezeichnen, allerdings ist die Geburtenrate seit Jahren eine der niedrigsten weltweit. Die starke Einwanderung junger Bevölkerung mit einer höheren Geburtenrate insbesondere aus Südamerika und Nordafrika wirkt dieser Tendenz entgegen. 2003 machten die gemeldeten Ausländer fast 2,7 Mio. aus, was etwa 6,2 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Summiert man die Dunkelziffer illegaler Einwanderer hinzu, liegt diese Ziffer noch deutlich darüber. Die hohe Zahl der arbeitssuchenden Einwanderer der letzten Jahre hat u. a. auch die Zahl der ausländischen Sozialversicherten auf fast 730.000 im Jahre 2004 verdoppeln lassen und damit dazu beigetragen, dass die Sozialversicherung 2003/2004 einen Überschuss registrieren konnte.

Das spanische Staatsgebiet umfasst 17 selbständige Regionen, die sogenannten Autonomías, die ihrerseits in 50 Provinzen unterteilt sind. Jede Autonomie hat eine eigene Verfassung, in der u. a. die politische Struktur und der Verwaltungsaufbau geregelt wird. Im Baskenland, Katalonien und Galicien ist neben dem Spanischen Baskisch, Katalonisch bzw. Galicisch Amtssprache. Die Koordination der Regionalpolitik mit der nationalen Administration erfolgt durch Delegationen, die in den jeweiligen Autonomien die Zentralregierung vertreten.

Die Flagge

Spanien Flagge

Die Flagge Spaniens besteht aus drei waagerechten Streifen in den Farben rot-gelb-rot, dabei ist der mittlere, gelbe Streifen doppelt so breit wie die beiden roten. Die Farben wurden aus dem Wappen von Kastilien und Aragon entnommen. Vollständig im gelben Bereich befindet sich das Staatswappen. Es zeigt das königliche Siegel, umrahmt von den Speeren des Herkules.

Das spanische Parlament führte am 19. Dezember 1981 diese Flagge als Nationalflagge ein. Sie soll die Einheit des Landes unter der königlichen Krone symbolisieren.

Geschichte Spaniens

Spanien durchlebte sie alle: Iberer, Kelten, Phönizier, Römer, Goten und Mauren. Sie alle haben ihr eigenes Vermächtnis auf der Iberischen Halbinsel hinterlassen. Die Ureinwohner waren die Kelten und die Iberer. Im 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an. Einer der berühmtesten Kolonien war Cádiz. Der Landesname Spanien leitet sich von der römischen Bezeichnung Hispania ab. Geprägt wurde Spanien vor allem durch die Jahrhunderte lange Vorherrschaft der Mauren, deren Erbe sich sowohl in der Architektur als auch in der Sprache niedergeschlagen hat.
Die ausführliche Geschichte Spaniens von der Antike bis zur heutigen Demokratie finden Sie, wenn Sie diesen Link anklicken:  Die Geschichte Spaniens – von der Antike zur Demokratie

Autonome Regionen

Karte der spanischen Regionen

Spanien ist unterteilt in 17 autonome Regionen (Comunidades Autónomas) und die zwei autonomen Städte (Ciudades Autónomas) Ceuta und Melilla. Die Gemeinschaften gliedern sich weiterhin in insgesamt 52 Provinzen. Die Strukturierung in autonome Gemeinschaften ist in der Verfassung von 1978 in Artikel 2 geregelt. Sie besagt unter anderem, dass die einzelnen Regionen in Gesetzgebung und ausführender Gewalt auch unabhängig vom Zentralstaat entscheiden können. Das Maß der jeweils eingeräumten Autonomie variiert dabei von Region zu Region. Die Autonomiestatute wurden von 1979 bis 1983 verabschiedet.

Genaue Informationen zu den einzelnen Regionen und Provinzen Spaniens sowie die Vorstellung der wichtigsten und interessantesten Städte finden Sie hier.

Die grössten Städte in Spanien

Spanien und seine Städte.  Die größte Stadt Spaniens ist gleichfalls die Hauptstadt – nämlich Madrid.  Mit den eingemeindeten Randgebieten oder ehemals Vororten, zählt die Metropole zwischenzeitlich an die 6 Millionen Einwohner. Die hier angegebenen Zahlen betreffen die Zentren. Also gezählte Bürger und die eingemeindeten Vororte und Außenbezirken. Natürlich sind diese Zahlen ständig variierend.  Sie geben Ihnen aber eine Richtlinie:

Die 10 größten Städte mit Einwohnerzahlen

  1. Madrid – 3.155.359
  2. Barcelona – 1.593.075
  3. Valencia – 796.549
  4. Sevilla – 704.154
  5. Zaragoza – 647.373
  6. Málaga – 558.287
  7. Murcia – 409.810
  8. Valladolid – 321.713
  9. Córdoba – 319.692
  10. Alicante – 319.380

Bevölkerung

Die Bevölkerung Spaniens besteht aus ca. 42 Millionen Menschen, davon leben ca. 38 Millionen auf dem iberischen Festland, der „Peninsula“.

Der nördliche Teil der Bevölkerung wurde stark von keltischen Einflüssen geprägt. Im Gegensatz dazu ist der Süden Spaniens der arabischen Kultur zugewandt. Die Basken nehmen in der spanischen Entwicklung eine Sonderrolle ein, da sie sich fast komplett der Fremdeinwirkung durch andere Kulturkreise entzogen haben.

Außerdem leben in Spanien circa 500.000 Zigeuner, die „Gitanos“. Das fahrende Volk stammt ursprünglich aus Indien und wanderte im 14. und 15. Jahrhundert nach Spanien ein. Allerdings führen zur heutigen Zeit nur noch wenige „Gitanos“ ein Nomadenleben, die meisten sind in ihren eigenen Stadtvierteln sesshaft geworden oder leben in den „Chabolas“, den Barackensiedlungen am Rande großer Metropolen.

Religion

97 % der Spanier sind katholisch und erst nach Ende der Diktatur durch Franco 1978 ist der Katholizismus nicht mehr offizielle Staatsreligion.

Während des diktatorischen Systems waren Staat und Kirche untrennbar verbunden, 1953 wurde das Konkordat mit dem Vatikan geschlossen und der katholische Glaube zur einzigen und wahren Religion erklärt. Ebenfalls erst nach 1978 ist ein Kuss in der Öffentlichkeit erlaubt und wird nicht mehr mit Geld- oder Haftstrafen geahndet. Auch Verhütung, Abtreibung und Ehescheidungen sind heutzutage legal. Mittlerweile 250.000 Spanier eine andere christliche Religion, es gibt 300.000 Muslime und 15.000 Juden auf der iberischen Halbinsel. Diese langsame Abwendung von der katholischen Kirche wurde auch durch die Millionen ausländischer Touristen begünstigt, die jährlich in Spanien ihren Urlaub verbringen.

Langsam wurden Werteschemata und Verhaltensweisen übernommen und Spanien ist unter anderem das europäische Aushängeschild in der europäischen Scheidungsrechtsreform. Das katholische Spanien entfernt sich durch diese Reform also weiter von veralteten katholischen Traditionen. Nur noch 50 % aller Spanier bezeichnen sich als aktive Katholiken und 15 % sehen sich selbst als treue, regelmäßige Kirchgänger an.

Dennoch ist das spanische Kirchenjahr geprägt von zahlreichen kirchlichen Feiertagen und noch immer gibt es unzählige religiöse Bruderschaften, Pilgerfahrten, Prozessionen und religiöse Riten, die seit dem Mittelalter fast unverändert bestehen. Besonders attraktiv sowohl für Einheimische als auch für Touristen ist die „semana santa“, die österliche Karwoche. In dieser Zeit ziehen Prozessionen durch die Städte und reich geschmückte und wunderschön dekorierte „pasos“ werden ausgestellt, mit denen die Leidensgeschichte Christi und das Leiden der Jungfrau Maria dargestellt werden. Besonders sehenswert sind diese aufwendigen Prozessionen in Andalusien und Aragón.

Sprachen

Ebenso vielfältig und unterschiedliche wie die Bevölkerung ist auch die Sprache auf der iberischen Halbinsel. Die offizielle Landessprache (und damit das, was wir unter „Spanisch“ verstehen) ist Kastilisch, das „castellano„. Außerdem werden die Regionalsprachen Baskisch („euskera“, gesprochen von 2,5 % der Bevölkerung), Galizisch („gallego„, 6,5 %) und Katalanisch („catalán“, 24 %) gesprochen, in denen in den jeweiligen Regionen auch in den Schulen gelehrt wird.

Über die Frage, ob Valencianisch (valenciano) und die Sprachen der Balearen nur Dialekte des Catalán oder als eigenständig zu betrachten sind, herrscht in Spanien indes weiter Uneinigkeit. Die Antwort darauf wird maßgeblich davon bestimmt, in welcher Region man nachfragt. Während beispielsweise die Einwohner des Landes Valencia stolz auf ihre eigene Sprache sind, schreiben die Barceloner diese eindeutig dem Katalanisch zu.

Nationale Feiertage

Spanien hat 13 gesetzliche Feiertage, darüber hinaus gibt es zahlreiche regionale und lokale Feierlichkeiten. In der Regel gibt es jeweils ein Fest für den Schutzpatron der Provinz und einen Feiertag zur Ehrung des Schutzpatrons der Gemeinde. Die folgenden Feiertage werden in ganz Spanien begangen:

1. Januar – Neujahr (Año nuevo)
6. Januar – Heiligen Drei Könige (Día de los Reyes Magos)
19. März – St. Josef
März/ April – Gründonnerstag (El Jueves Santo)
März/ April – Karfreitag (El Viernes Santo)
1. Mai – Tag der Arbeit (Fiesta de Trabajo)
25. Juli – St. Jakobus der Ältere (Schutzpatron Spaniens)
15. Aug. – Maria Himmelfahrt (Día de la Asunción de la Virgen)
12. Okt. – Nationalfeiertag (Día de la Hispanidad) anlässlich der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus
1. Nov. – Allerheiligen (Todos los Santos)
8. Dez. – Maria Empfängnis (Inmaculada Concepción)
25. Dez. – Weihnachten (Navidad)