Die sieben Kilometer von Portugal entfernte Stadt Badajoz liegt an den Ufern des Guadiana. Diese Niederlassung lässt sich auf vorgeschichtliche Zeiten zurückführen.
Auf dem Hügel San Cristóbal, im Guadiana-Tal und bei der Alcazaba wurden Funde aus der Altsteinzeit getätigt. Die Stadt entwickelte sich erst in mozarabischer Zeit. Badajoz war Mérida, der Metropole Lusitaniens, unterstellt. Der Bischofssitz Badajoz wurde im 6. Jh. geschaffen.
Ihren Höhepunkt erlebte die Stadt unter den Arabern, als sie zum Zentrum eines Kleinreiches (taifas) wurde. Sie war so schön, dass ein arabischer Dichter des letzten Jahrhunderts ihr folgende Zeilen widmete:
"Badajoz, ich werde dich niemals vergessen, welches auch immer die Abwesenheit sei, die mich von dir fernhält. Wie herrlich sind die hohen Bäume, von denen du umgeben bist! Dein schönes Flusstal öffnet sich, als ob sich eine gestickte Tunika auftäte."
Zwei Baudenkmäler sind herauszustellen, die Alcazaba und die Kathedrale. Die Mauer der Alcazaba wurde von Abd al-Rahman Ibn Marwan, genannt Ibn al Chiquilli (Sohn des Galiciers), errichtet, der von Mérida aus gegen Muhammad 1., Emir von Córdoba, kämpfte.
Letzterer wies ihn aus Badajoz aus, gestattete ihm aber, am linken Guadiana-Ufer eine andere Stadt zu gründen. Während der Herrschaft des Kalifen Abu Yacub Yusuf aus der Almohaden-Dynastie wurde die endgültige Mauer erbaut. Im Jahr 1170 verwandelte sich die Stadt in eine wahre Festung. Der vorgenannte Kalif ließ auch die Wehrmauer von Marrakesch und die Moschee von Sevilla errichten.
Die Achsen der Alcazaba sind 400 und 200 m lang. Es sind drei Tore vorhanden. Unter ihnen tritt das Tor Puerta del Capitel hervor, es ist mit einem römischen Kapitell über dem Eingang geschmückt.
Durch dieses Tor gelangt man auf die Plaza de San Jorge. Das Tor Puerta del Apéndiz entstand im 13. Jhd., und die Puerta de Yelves wurde 1914 abgerissen, weil für die zur Alcazaba führende Landstrasse eine Bresche geschlagen werden musste.
Nicht unerwähnt bleiben darf der Turm Espantaperros. Er gehört zu den sogenannten Albarranas, deren Zweck darin bestand, den Bezirk zu verteidigen. Dieser von den Almohaden erfundene Turm wurde später überall nachgebaut, neben dem Turm Desmochada von Cáceres diente er dem Torre de Oro in Sevilla als Vorbild.
Die Kathedrale wurde nach der Eroberung der Stadt durch die christlichen Truppen im Jahr 1230 errichtet. Alfons IX. von León war es, der beschloss, die Moschee in eine Kirche zu verwandeln, der der Name Santa María del Castillo gegeben wurde. Der Turm mit je einem romanischen, gotischen und plateresken Fenster erinnert äusserlich an eine Festung.
Das Hauptportal heisst Puerta del Perdón. Es wurde im 17. Jhd. angelegt. Der Kreuzgang aus der ersten Hälfte des 16. Jhds. hat sich kreuzende Bögen und zeigt gewisse portugiesische Einflüsse.
Der Hochaltar ist barock. Er wurde 1717 in Angriff genommen und ist mit Blattwerk und barocken Elementen reich geschmückt. Eine polychrome Figur der unbefleckten Empfängnis ist ein Werk der sevillanischen Schule.
Der Chor im Platereskenstil ist einer der kostbarsten Teile der Kathedrale. Zu ihm gehören zwei Pulte, ein hölzernes aus dem 16. und ein bronzenes aus dem 18. Jh.
Das Symbol von Badajoz ist heute das unter der Herrschaft Philipps II. im Jahr 1551 erbaute Tor Puerta de Palmas. Es besteht aus zwei runden, zinnenbewehrten Türmen, die an jeder Fassade Schmuckbänder und andere Motive aufweisen.
Bis zu den ersten Jahren des 19. Jhds. diente der Bau als Gefängnis. Nahebei liegt die herrerianisch anmutende gleichnamige Brücke mit halbrunden Öffnungen, die aus Bruchsteinmauerwerk und Granitquadern besteht.
Die moderne Verteidigung von Badajoz wird vervollständigt durch die Anlage, die dem Abwehrsystem von Vauban, einem französischen Militäringenieur aus dem 17. Jhd., entspricht.
Es handelt sich um eine Mauer aus Kalkstein mit Erdfüllung, die von der Artillerie jener Zeit nicht zerstört werden konnte. Sie trat an die Stelle des mittelalterlichen Wehrgürtels, aber die Mauer der Alcazaba wurde nicht abgerissen.
Der Palast der Herzöge von La Roca innerhalb der Alcazaba birgt das Archäologische Museum mit rund 1.000 Exponaten. Darunter zahlreiche von den Dolmen und Siedlungsstätten der Provinz stammende Funde aus der Eisenzeit.
Auch Stücke aus der vom Orient beeinflussten Periode, aus der Nekropole von Medellin und dem Heiligtum von Zalamea de la Serena sowie westgotische Funde sind zu sehen.
Dieser Palast war Residenz der Familie Suárez de Figueroa und danach der Grafen von Roca. Von außen macht der Bau mit seinem quadratischen Grundriss und einem Mudejar-Hof einen wuchtigen Eindruck.
Erwähnenswert ist in Badajoz ebenfalls das Provinzmuseum der Schönen Künste. Es ist in einem Anfang des 20. Jhds. erbauten Palast in der Straße Meléndez Valdes eingerichtet und bietet in rund 30 Sälen über 900 Gemälde und Skulpturen. Darunter befinden sich Werke von Picasso, Dalí, Tapies, Zurbarán, Morales, Barjola und Pérez Rubio.