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Misshandlung von Jugendlichen in Girona



Nach Angaben der spanischen Polizei sind in einem Heim bei Girona im Nordosten Spaniens mehrere Jugendliche aus der Schweiz von ihren Erziehern misshandelt worden. Über acht Stunden seien sie in Wildschweinkäfige eingesperrt und geschlagen worden. Einem Jungen gelang es, zu fliehen. Er wurde von der spanischen Polizei mit Blutergüssen und Prellungen aufgelesen.

 

Presseberichten zufolge nahm die Polizei in der Einrichtung einen 44-jährigen Schweizer, einen 60 Jahre alten Franzosen und eine 30-jährige Italienerin fest. Sie stehen unter Verdacht, die Kinder misshandelt zu haben.

 

Das Heim war in einem ehemaligen heruntergekommenen Bauernhof bei der Ortschaft Sant Llorenç de la Muga untergebracht. Die Einrichtung wurde nach dem Vorfall sofort geschlossen. Es stellte sich heraus, dass den spanischen Behörden keine Genehmigung vorlag.

In dem Heim wurden verhaltensauffällige Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aufgenommen.

 

Die Eltern der angeblich misshandelten Kinder stießen über die Fachorganisation „Time out“ auf die Einrichtung. Gegen die Bezahlung von 4.000 Euro vermittelte diese ihren Kindern eine sechswöchige Unterkunft.

 

Das schweizer Sozialdepartment steht momentan in regem Kontakt mit den betroffenen Jugendlichen, die wieder in ihre Heimatorte zurückgekehrt sind. Die drei tatverdächtigen Erzieher sind vorerst wieder auf freiem Fuß. Da die Ermittlungen jedoch weiterlaufen, müssen sie den spanischen Justizbehörden jederzeit zur Verfügung stehen. Der aus der Schweiz stammende Leiter reagierte über die Vorwürfe empört: "Ich habe nie einen Jungen geschlagen", sagte er der spanischen Zeitung "El País". " Er habe bislang nur einen Jungen für einige Stunden im Bad eingesperrt.

 

 

Charlotte Wolter, 6.04.2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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