Generell haben die meisten spanischen Filme keine besonders hohen Produktionskosten, verfügen aber über ein Drehbuch. Oft handelt es sich umd junge Regisseure, wie z.B. Pedro Almodóvar und Alejandro Amenába, die in den letzten Jahren nicht nur den Oscar für nicht englischsprachige Filme erhalten haben, sondern auch große Erfolge in den ausländischen, vor allem den europäischen Kinos erziehlen. In diesem Jahr bewarb sich aus Spanien der Film „Obaba", eine baskische Dorfgeschichte des Regisseurs Montxo Armendáriz, für den Oscar.
Bei den Goya-Preisen ging „Obaba" freilich leer aus, erhielt lediglich eine Auszeichnung für die Tonqualität. Die katalanische Filmemacherin Isabel Coixet ist aus der diesjährigen Vergabe der spanischen Filmpreise als große Gewinnerin hervorgegangen.
Ihr Streifen «La vida secreta de las palabras» (Das geheime Leben der Worte) wurde in der Nacht zum Montag in Madrid mit vier Goya-Filmpreisen für den besten Film, die beste Regie, das beste Originaldrehbuch und die Produktionsleitung ausgezeichnet.
Der Film war von dem berühmten spanischen Regisseur Pedro Almodóvar und dessen Bruder Agustín produziert worden. Er handelt von der Liebesgeschichte zwischen einer Krankenpflegerin und dem Arbeiter einer Ölbohrinsel, der bei einem Unfall verletzt worden war. Isabel Coixet, die ihre Filme zumeist auf Englisch dreht, hatte zuletzt vor zwei Jahren mit «Mein Leben ohne mich» international Erfolg gehabt.
Der in Großbritannien produzierte Streifen «Match Point» von Woody Allen erhielt den Goya-Preis für den besten europäischen Film. Das Werk «Iluminados por el fuego» (Vom Feuewr erleuchtet) des Argentiniers Tristán Bauer über den Falkland-Krieg wurde als bester ausländischer Film in spanischer Sprache ausgezeichnet.
Der Spanier Oscar Jaenada erhielt für seine Rolle des Titelhelden in Jaime Chávarris Film über den legendären Flamenco-Sänger Camarón den Goya-Preis für den besten Hauptdarsteller. Candela Peña wurde für ihre Rolle in dem - im Prostituierten-Milieu spielenden - Streifen "Princesas" (Prinzessinnen) von Fernando León de Aranoa als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.
Die Künstler verbanden mit ihrem Dank für die Auszeichnung die Anregung an die Regierung, den spanischen Film weiterhin großzügig zu fördern. Von den großen Fernsehsendern des Landes erwartet man mehr Unterstützung. Das Fest dauerte über vier Stunden. Spaniens Film lebt...
Susanne Hesse