Der Preis für "Europas Gemüsegarten" in Almería

Europas Gemüsegarten gedeiht unter einem wahren Plastikozean, der inzwischen weit über 30.000 Hektar Küstenlandschaft in Spaniens südöstlicher Provinz Alméria bedeckt.
Das ökonomische Wunder begann in den 50er Jahren. Eine Mischung aus künstlichem Dünger und Sand, der von den Stränden herangekarrt wurde, bildete den idealen Nährboden, auf dem sich jährlich 2 bis 3 Ernten einfahren lassen.
Die Landarbeiter, die täglich damit beschäftigt sind, das wachsende Gemüse zu spritzen, sind im Schnitt zwischen 16 und 30 Jahre alt und arbeiten für einen Hungerlohn für zum Teil nicht mal 40 Euro am Tag. Die meisten sind illegal in dem Land und nehmen was sie kriegen können, aus Angst vor der Ausweisung. Außer einem Papiermundschutz trennt die Männer nichts von dem hochgiftigen Sprühmittel. "Der Chef kauft keine Schutzanzüge, keine Gummistiefel oder Handschuhe.", kommentiert einer der Arbeiter, der sich bewußt ist, dass der Inhalt des Behälters aus einem Cocktail hochgiftiger Pestizide besteht.
Aber den meisten bleibt nichts anderes übrig. Sie haben eine Familie zu ernähren und müssen das extreme Gesundheitsrisiko in Kauf nehmen.
Immigranten haben nicht nur niedrige Löhne, sie werden auch nur unregelmäßig zur Arbeit eingesetzt. Die Folgen sind unwürdige Lebensbedingungen und soziale Ausgrenzung.
An die 50.000 sind es schätzungsweise, allein in der Gegend um El Ejido, Adra, Roquetas de Mar und La Monjonera.
Alle hatten den Traum von einem besseren Leben, aber den haben viele bereits zu Ende geträumt...
Susanne Hesse
IMP-Agentur
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