Mit sechs Jahren beginnt die eigentliche Schulzeit mit dem Colegio, einer Art Grundschule, die sechs Jahre lang besucht wird. In dieser Zeit lernen die Kinder bereits eine Fremdsprache. Jedes Schuljahr wird als "Curso" bezeichnet, zwei Cursos zu einem "Ciclo" zusammengefasst, die Grundschulzeit ist also in drei Ciclos unterteilt. Innerhalb eines solchen Ciclos kann der Schüler nicht sitzen bleiben, erfüllt er jedoch am Ende die schulischen Leistungen nicht, muss er ein Schuljahr wiederholen.
Auf das Colegio folgt das Instituto, eine Art Gesamtschule, die die Kinder mindestens bis zu ihrem 16. Geburtstag besuchen. Das nennt sich "Educcasion Secundaria Obligatoria", kurz ESO, also quasi "obligatorische Gesamterziehung".
Die Schüler werden von Jahr zu Jahr versetzt, selbst wenn sie zahlreiche Fächer nicht bestanden haben, was sich dann auf Spanisch "promocion" nennt.
Ein Jahr muss erst dann wiederholt werden, wenn man zum zweiten Mal in vielen Fächern durchfällt.
Wer den ESO Abschluss besteht, dem eröffnen sich gleich mehrere Möglichkeiten: Er kann für zwei weitere Jahre zur Schule gehen und das "Bachillerato" (vergleichbar mit dem deutschen Abitur) ablegen, den berufsbildenden Zweig (Formacion Profesional de Grado Medio) belegen, sich für eine Ausbildung im Bereich Kunst und Design oder im Sport entscheiden.
57,4 Prozent der ESO Abgänger wählen das Abitur. Was über dem EU Schnitt liegt, der laut Angaben der OSZE lediglich 44,1 Prozent beträgt.