Trotz der Bestrebungen Marokkos, dieses Gebiet zurückzugewinnen, blieb die 19 km² große Enklave bis heute spanisch und stellt zusammen mit Melilla einen Zankapfel zwischen Spanien und Marokko dar. Per Schiff nur eine halbe Stunde von der iberischen Halbinsel entfernt, fristet Ceuta heute vor allem ein Dasein als Durchgangsstation nach Marokko. Dabei kann man hier die unterschiedlichsten geschichtlichen und sehr beeindruckenden Zeugnisse der Vergangenheit entdecken, wenn man die Stadt bei einem ausgiebigen Spaziergang erzählen lässt:
Die Plaza de África ist das Herz des von königlichen Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert umgebenen Zentrum Ceutas. Sie wird von den wichtigsten und gleichzeitig sehenswertesten Gebäuden der Stadt beherrscht, die im 18. Jahrhundert an die Stelle ehemaliger maurischer Gebäude getreten sind. Die der Stadtpatronin geweihte Kirche Nuestra Señora de Africa mit ihrem Glockenturm wurde 1704 bis 1726 an der Stelle einer Moschee errichtet.
Um die barocke Kathedrale Santa María de la Asunción und das Parlamentsgebäude herum herrscht vor allem tagsüber hektisches Treiben - genau wie in der angrenzenden Haupteinkaufsstraße. Dank der Steuerfreiheit reihen sich dort zahlreiche Schmuck-, Mode- und Tabakgeschäfte aneinander.
Die direkt im Stadtzentrum gelegenen arabischen Bäder aus der Zeit der Mauren im 13. Jahrhundert sind die ältesten historischen Bauwerke. Archäologische Funde belegen jedoch, dass schon die Römer die strategisch wichtige Lage der Halbinsel nutzten.
| Das Bild des Monte Hacho prägt die Festung "Fortaleza del Monte Hacho". Im 18. Jahrhundert auf Resten einer byzantinischen Burg erbaut, wurde das mächtige Bauwerk zunächst als Gefängnis und später als Militärstützpunkt genutzt. Auch heute noch ist dort die spanische Armee stationiert. Besucher müssen sich daher mit einer Wanderung um das Monument herum begnügen. |
Geprägt ist die Stadt Ceuta auch durch seinen Fährhafen, eine nennenswerte fischverarbeitende Industrie und einige Werften. Ihre eigentliche Bedeutung ergibt sich allerdings aus ihrer geografischen Lage an der östlichen Einfahrt der Straße von Gibraltar. Dadurch erlangte Ceuta schon früh militärstrategische Bedeutung: Im Sommer 1936 setzte Franco von hier aus auf die Halbinsel über.