"Das ist nur der Anfang" - mit diesen Worten dankten die Organisationen von "Jugend ohne Zukunft" den rund 2.000 Teilnehmern bei der Demonstration gegen die Banker, die Politiker, die Arbeitsmarkt- und Rentenreform und alle die anderen Einschnitte, die die Generation bis 30 Jahre wird schultern müssen.
Sollte sich das Dankeswort bewahrheiten, hat Spanien ein Problem. Es könnte sich bereits Ende Mai bei der nächsten Kundgebung manifestieren.
Niemanden in der EU straft die Wirtschaftskrise so ab , wie die spanische Jugend. Die Arbeitslosenquote der 25-Jährigen liegt bei 41,6 Prozent, selbst in Griechenland sind es nur 32,9 Prozent und in Deutschland 9,1 Prozent. Auf viele 25 - Jährige wartet eine Dekade voller Praktika, unsicherer Jobs und einer Ansammlung von Abschlüssen, die nichts helfen.
"Casa" haben sie keins, "causa" zur wut hätten Jugendliche genug. Die Stimmung ist nicht explosiv, aber angeheizt. Ein Funken genügt. Seit der Jahrhundertwende kristallisierte sich heraus, dass die junge Generation schlechter leben werde als ihre Eltern. Der Generationenvertrag , so der Tenor, sei verletzt worden.
Der Unmut filtert sich im Netz auf der Facebook-Seite von "Juventud sin Futuro". Organisiert scheint die Bewegung nicht zu sein.
Soziologen konstatieren der Jugend Passivität und Apathie. Es mangelt in diesem Land an politischer Protestkultur, an starken Verbänden und modernen Gewerkschaften, sagt Universtitätsprofessorin Marta G. Sastre.
Einige Experten wunderten sich über das "Schweigen aus den Universitäten". Die Jugendlichen selbst scheinen sich keine grossen Hoffnungen zu machen, ihre Situation mit Demonstrationen verbessern zu können." Viele von ihnen wollen so leben wie ihre Eltern, in einer kapitalistischen Konsumwelt. Sie lehnen sich nicht auf, der Kapitalismus hat sie zerbrochen", sagt Professor Antonio Alaminos."
Quelle: Madrid - sk